Seen und Fließgewässer

Seen und Fließgewässer und Feuchtgebiete sind wichtige Lebensräume in der dänischen Landschaft. Sie werden in hohem Maße durch menschliche Aktivitäten wie z. B. Wassergewinnung, Einleitung von Abwässern und Begradigung zu Entwässerungszwecken beeinträchtigt, weshalb an mehreren Fronten für die Verbesserung der Umwelt in sowohl Seen als auch Fließgewässern gearbeitet wird.

Fließgewässer

Die Fließgewässer bilden die Verbindung zwischen Festland und Meer und fungieren außer als Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere als Verbreitungskorridore in der Landschaft. Damit nehmen die Fließgewässer in Bezug auf andere Lebensräume eine Schlüsselrolle ein.

Dänemark besitzt ca. 69.000 km Fließgewässer. Den Hauptanteil, ca. 75%, bilden kleinere Flüsse, Bäche und Gräben mit einer Sohlbreite von weniger als 2,5 Metern.

Das Wassergesetz hat das Ziel sicherzustellen, dass Fließgewässer unter Beachtung der natur- und umweltmäßigen Anforderungen an die Wasserqualität nach anderen Gesetzen für die Ableitung von Wasser genutzt werden können. 28.000 km Fließgewässer fallen außerdem unter das dänische Naturschutzgesetz, wodurch sie abgesehen von gewöhnlichen Pflegemaßnahmen vor Veränderungen am Zustand geschützt sind. Die gesetzlichen Bestimmungen für Fließgewässer gelten für sowohl offene Fließgewässer als auch für verrohrte Fließgewässer und Entwässerungsleitungen.

Das Wassergesetz definiert nicht, was ein offenes Fließgewässer ist. Das Gesetz geht von einer Geländeformation aus, die dem Allgemeinverständnis nach als „Fließgewässer“ bezeichnet werden kann. Es muss zumindest eine klar abgegrenzte Geländevertiefung aufweisen, die ständig oder mehr oder weniger regelmäßig wasserführend ist. Nach kräftigen Regenfällen oder starker Schneeschmelze entstehende Spülrinnen erfüllen diese Anforderungen nicht, und Gleiches gilt für Grenzgräben, Straßengräben, Niederungen etc., die nicht regelmäßig wasserführend sind. Es wird verwiesen auf das kommentierte Wassergesetz, Tolstrup und Barfod, Vandløbs- og vandforsyningsloven, Juristforbundets Forlag 1975.

Dass das Fließgewässer ständig oder mehr oder weniger regelmäßig wasserführend sein muss, bedeutet einerseits, dass Wasser von einem Ort zum anderen geführt wird, und somit nicht stillstehend ist, und andererseits, dass es sich um Wasserführung über die meiste Zeit des Jahres handelt. Die Tatsache, dass ein Fließgewässer für eine bestimmte Zeit trockenfällt, in der Regel im Sommer, bedeutet nicht, dass es sich nicht um ein Fließgewässer handeln kann, vielmehr ist Bedingung, dass das Fließgewässer über die meiste Zeit des Jahres deutlich wasserführend ist. Es kann keine bestimmte Anzahl von Tagen festgesetzt werden, die eine jährliche Wasserführung bedeuten muss, damit die Rede von einem Fließgewässer sein kann, da die Niederschlagsverhältnisse von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich sein können.

Die Kommunen sind die zuständigen Wasserbehörden. Laut Verordnung über die Klassifikation und Registrierung von Gewässern muss die Wasserbehörde eine Registrierung aller für das jeweilige Gewässer geltenden Bestimmungen vornehmen. Die Angaben sind öffentlich zugänglich.

Zustand der Fließgewässer

Die meisten Gewässer werden durch menschliche Aktivitäten wie z. B. Wassergewinnung, Einleitung von Abwässern und Begradigung zu Entwässerungszwecken, Verrohrung und Sperrungen beeinflusst. Durch diese Einwirkung haben viele Gewässer keinen optimalen Umweltzustand. Um sicherzustellen, dass die Fließgewässer ihre Fähigkeit zur Ableitung von Wasser behalten, werden an fast allen Gewässern Pflegemaßnahmen durchgeführt, zu denen in erster Linie das Grünschneiden der Flächen entlang der Wasserläufe zur besseren Entwässerung zählt.
In den letzten Jahren konnte der Natur- und Umweltzustand vieler Fließgewässer entscheidend verbessert werden durch schonenderes Grünschneiden und Gewässerrestaurierung. Das bedeutet, dass früher begradigte Flussläufe sich wieder in natürlicheren Bahnen entwickeln können, wobei einige in ihr altes Mäanderbett zurückverlegt und verrohrte Abschnitte geöffnet werden, was insgesamt zur Verbesserung der Lebensbedingungen für das Tier- und Pflanzenleben des Fließgewässers beiträgt.

Umweltziele für die Fließgewässer

Die Umweltqualität der Fließgewässer ist nach den Bestimmungen des Umweltzielgesetzes festgeschrieben. Die Zielsetzung für die einzelnen Fließgewässer geht aus dem Wasserplan hervor. Für ca. 22.000 km der dänischen Fließgewässer bestehen genaue Zielsetzungen. Für den Großteil dieser Gewässer lautet das Umweltziel ökologisch guter Zustand.

Seen

Dänemark hat ca. 120.000 Seen, die größer als 100 m² sind. Dies entspricht einem Anteil von 1,4% an der Gesamtfläche des Landes. Die meisten Seen sind Kleinseen, und nur ca. 2.700 (oder gut 2%) sind größer als 10.000 m² (1 ha). Darüber hinaus existieren ca. 75.000 Weiher und Tümpel unter 100 m².
Die Seen in Dänemark verteilen sich über das gesamte Land, wobei die meisten in der Hügellandschaft von Nordseeland sowie in Mittel- und Ostjütland zu finden sind.
Verglichen mit den anderen skandinavischen Ländern sind selbst die größten dänischen Seen von bescheidener Größe. Die meisten dänischen Seen sind Flachgewässer wie der Arresø mit einer Höchsttiefe von ca. 5,9 Metern. Es gibt aber auch Seen mit Tiefen über 30 Meter wie der Furesø nördlich von Kopenhagen, der Hald Sø bei Viborg und der Ravn Sø bei Ry. Der Furesø mit seinen 35 Metern ist der tiefste.

Die fünf größten Seen Dänemarks:

1. Arresø in Nordseeland: 39,9 km 2
2. Esrom Sø in Nordseeland: 17,2 km 2
3. Stadil Fjord in Westjütland: 17,1 km 2
4. Mossø in Mitteljütland: 16,9 km 2
5. Tissø in Westseeland: 12,5 km 2

Verschiedene Seetypen

Die meisten Seen sind kalkreich, doch gibt es besonders auf Sandboden in Westjütland auch kalkarme Seen. In Wäldern und alten Torfgruben kann das Seewasser auf Grund von Humusstoffen eine bräunliche Färbung aufweisen. Entlang der jütländischen Westküste gibt es mehrere große salzhaltige Flachwasserseen (z. B. Stadil Fjord), die meisten Seen aber sind Süßgewässer. Die physischen und chemischen Unterschiede zwischen den Seetypen haben große Bedeutung für die Zusammensetzung des Tier- und Pflanzenlebens der Seen.